Zeitschrift Aufsätze

Andreas Heusler

Ausbeutung und Disziplinierung. Zur Rolle des Münchner Sondergerichts und der Stapoleitstelle München im Kontext der nationalsozialistischen Fremdarbeiterpolitik

Die Untersuchung von Polizeiexekutive und Justiz in ihrer Funktion als Überwachungs- und Disziplinierungsinstrument des totalitären NS-Staats steckt bislang noch in den Anfängen. Im Mittelpunkt der folgenden Ausführungen stehen das Sondergericht München und die Stapoleitstelle München im Kontext des nationalsozialistischen Ausländereinsatzes. Hier kann exemplarisch die Funktionsweise - und mithin auch die Funktionsfähigkeit - des nationalsozialistischen Justiz- und Polizeiapparates in den Kriegsjahren gezeigt werden. Es wird deutlich, daß sowohl Gestapo als auch Sondergerichte dem Prinzip der Gefahrenabwehr durch Abschreckung mittels einer Verschärfung und Brutalisierung der Verfolgungsmaßnahmen und der Strafpraxis hohe Bedeutung beimaßen. Dies führte zwangsläufig zu Konflikten mit den ökonomischen Zielvorgaben der Kriegswirtschaft, die eine möglichst hohe Produktivität durch den umfassenden Arbeitseinsatz sicherstellen wollte.

 

Aufsatz vom 15. Januar 1998
© 1998 fhi
ISSN: 1860-5605
Erstveröffentlichung

  • Zitiervorschlag Andreas Heusler, Ausbeutung und Disziplinierung. Zur Rolle des Münchner Sondergerichts und der Stapoleitstelle München im Kontext der nationalsozialistischen Fremdarbeiterpolitik (15. Januar 1998), in forum historiae iuris, http://www.forhistiur.de/1998-01-heusler/