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213 juristische Zeitschriften digitalisiert

05. September 2016

Die Bibliothek des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt am Main, hat das Projekt "Juristische Zeitschriften 1703-1830" erfolgreich abgeschlossen. 213 Zeitschriften, 1.615 Bände, 563.714 Seiten wurden digitalisiert und stehen nun als Teil der Digitalen Bibliothek des Instituts zur Verfügung.

Wissenschaftliche Zeitschriften besitzen für die Wissenschaftsgeschichte ihres jeweiligen Faches einen herausragenden Quellenwert. Als „neue Medien“ der Aufklärung bündelten sie seit dem 18. Jahrhundert die wissenschaftliche Kommunikation und wurden zum Zentrum des gelehrten Diskurses. Juristische Zeitschriften informierten außerdem über aktuelle Entwicklungen im Rechtssystem und begleiteten sie theoretisch, sie belebten den Wissenstransfer zwischen Rechtswissenschaft und Rechtspraxis. Jede Studie zur Geschichte der Rechtswissenschaft und des Rechts ist auf die umfassende Rezeption der einschlägigen zeitgenössischen Zeitschriftenbeiträge angewiesen. Zugleich finden Forschungen z.B. zur allgemeinen Geistes-, zur Medien- und Kommunikationsgeschichte oder zur politischen Ideengeschichte in juristischen Zeitschriften ein reiches Quellenmaterial.

Bei den juristischen Zeitschriften des deutschen Sprachgebiets begegnet uns eine Überlieferungssituation, die die Forschung bislang deutlich behinderte. Keine einzelne Institution beherbergt eine wirklich umfassende Sammlung, die Titel sind über viele Bibliotheken verstreut; in einigen Fällen sind nur einzelne Exemplare nachgewiesen. Das Projekt hat dieses Problem behoben: die Zeitschriften aller deutschsprachigen Territorien und aller juristischen Disziplinen mit Erscheinungsbeginn 1703 bis 1830 wurden in digitale Form überführt und stehen der Wissenschaft in elektronischer Weise kostenfrei und dauerhaft zur Verfügung. Die formale Erschließung der Einzelbeiträge bietet neue Suchmöglichkeiten nach Texten bestimmter Verfasser oder zu bestimmten Themen.

Ausgangspunkt für das Projekt war die Zeitschriftenbibliographie von Joachim Kirchner (Kirchner, Joachim: Bibliographie der Zeitschriften des deutschen Sprachgebietes bis 1900. Bd. 1, 1969, S. 140-152 und S. 365 f.), die 248 juristische Zeitschriften des deutschen Sprachgebietes von den Anfängen bis 1830 nennt. Hiervon lagen 32 Titel zu Projektbeginn bereits elektronisch vor, 3 Titel ließen sich (bereits von Kirchner) in keiner Bibliothek nachweisen. Das Kooperationsprojekt des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte und der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz hatte zum Ziel, möglichst alle übrigen 213 Zeitschriften zu digitalisieren und mittels Strukturdaten inhaltlich zu erschließen. Ausgehend von den Beständen dieser beiden Einrichtungen und unterstützt von 26 weiteren Bibliotheken gelang es, eine lückenlose Sammlung aller Zeitschriften aufzubauen.

Die Digitale Sammlung „Juristische Zeitschriften 1703 – 1830“ ist Teil der Digitalen Bibliothek des Instituts.