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Auf dieser Seite präsentieren wir Ihnen ausgewählte rechtshistorische Projekte mit denen das forum historiae iuris durch seine Herausgeber verbunden ist.

Forschungsprojekt

Die Schule von Salamanca. Eine digitale Quellensammlung und ein Wörterbuch ihrer juristisch-politischen Sprache

Die Schule von Salamanca. Eine digitale Quellensammlung und ein Wörterbuch ihrer juristisch-politischen Sprache

Die große Bedeutung der Schule von Salamanca sowie ihre Wirkung auf verschiedenen Kontinenten und in unterschiedlichen Disziplinen haben zu einer eindrucksvollen Ausdifferenzierung der Forschung geführt. Philosophen, Juristen, Ökonomen, Historiker und Theologen arbeiten weltweit an der Rekonstruktion komplexer Teilbereiche. Die Fülle dieser oft unverbunden nebeneinander stehenden Einzelprojekte haben allerdings auch zu einer Zersplitterung der Forschungslandschaft geführt. Der innere Zusammenhang von Personen, Texten und Themen gerät aus dem Blick, übergreifende Fragestellungen und Methoden können nicht hinreichend erfasst werden.

Genau an diesem Punkt setzt das vorliegende Projekt zur Erschließung von Quellen, Konzepten und Kontexten an: Es geht in ihm nicht allein um den Aufbau eines hochwertig digitalisierten, umfangreichen Quellencorpus’, sondern auch um die Zusammenführung internationaler und interdisziplinärer Perspektiven in einem aus diesen Quellen zu erarbeitenden historischen Wörterbuch. Als Grundlage werden über 120 ausgewählte Texte in der Form ihrer Erstpublikation digital erschlossen, angereichert und mit der elektronischen Version des Wörterbuchs verknüpft. So wird ein auf diesem Gebiet in seiner Funktionalität neuartiges, elektronisches Arbeitsinstrument geschaffen. Beides – Wörterbuch und Quellencorpus – werden der scientific community sukzessive über eine Website zur freien Verfügung gestellt. Zum Schluss der letzten Arbeitsphase wird das Wörterbuch zusätzlich in Buchform publiziert.

Gerichtsgeheimnis, Relation und Urteil: Die Entstehung der Urteilsbegründungspflicht im Alten Reich

Gerichtsgeheimnis, Relation und Urteil: Die Entstehung der Urteilsbegründungspflicht im Alten Reich

In kaum einem anderen Kontext wird Recht so deutlich sichtbar wie im Gerichtsverfahren und im Urteil. Die Verbindlichkeit von Regeln und der
darauf gestützten Konfliktentscheidung im Einzelfall wird in Gestalt der Urteilsformel buchstäblich anschaulich gemacht. Das gilt auch –
in freilich abgeschwächter Form – für die Urteilsbegründung. Die Pflicht zur Mitteilung von Urteilsgründen an die Beteiligten ist allerdings
keine Selbstverständlichkeit. Bis zum 17. Jahrhundert galt im Alten Reich die Verpflichtung auf das Gerichtsgeheimnis, das erst seit dieser
Zeit allmählich erodierte, um dann schließlich der Urteilsbegründungspflicht zu weichen. Diesen Entwicklungen geht das Projekt nach. Es fragt dabei insbesondere nach dem Zusammenhang zwischen dem rechtswissenschaftlichen Diskurs über die Gestaltung von Urteilen und der Entstehung der Verpflichtung zur Publikation von Urteilsgründen.

LOEWE-Schwerpunkt „Außergerichtliche und gerichtliche Konfliktlösung“

LOEWE-Schwerpunkt „Außergerichtliche und gerichtliche Konfliktlösung“

Am 1. Januar 2012 hat in Frankfurt am Main der neue LOEWE-Schwerpunkt „Außergerichtliche und gerichtliche Konfliktlösung“ seine Arbeit aufgenommen. Die vergleichende Forschung im Schwerpunkt zielt auf die interdisziplinäre und internationale Analyse von Konflikten, Konfliktaustragung und Konfliktlösung in unterschiedlichen Epochen und in verschiedenen Kulturen. Themenschwerpunkte bilden dabei Europa, die Vereinigten Staaten, Lateinamerika und Asien. Im Zusammenwirken von Rechtsgeschichte, Rechtswissenschaft, Geschichtswissenschaft und Sinologie werden Muster und Formen von Konflikten und Konfliktlösungen am historisch-empirischen Befund überprüft und so die Grundlagen für eine durch strukturelle Erfahrung fundierte Theoriebildung geschaffen.
SNF Project - The Formation of Law: Canonical Collections of the Gregorian Reform Age between Tradition and Realignment

SNF Project - The Formation of Law: Canonical Collections of the Gregorian Reform Age between Tradition and Realignment

Das Projekt stellt die Frage nach den Mechanismen der Textdeutung und der Rechtsfortbildung in den Kanonessammlungen aus der Zeit des Investiturstreits, die regelmässig als "gregorianische Sammlungen" bezeichnet werden. Am Beispiel des päpstlichen Primates wird untersucht, ob und wie die mittelalterlichen Sammler mit den Instrumenten der Textordnung, der Textrubrizierung und der Textveränderung den von ihnen gesammelten Kanones neue Sinnelemente beilegten. Gefragt wird ausserdem nach den textlichen und ideellen Kontinuitäten der so entstehenden "sekundären Normbildungen" in der Zeit des klassischen kanonischen Rechts des späten 12. und des 13. Jahrhunderts. Als Quellenbasis sollen vor allem die weitverbreiteten Sammlungen dienen, zu denen u.a. die Collectio LXXIV titulorum sowie die Werke Anselms von Lucca und Deusdedits gehören. Leitend ist dabei die Überlegung, dass die seit dem 4. Jahrhundert entstehenden Kanonessammlungen als Speicher für das Gedächtnis der kirchlichen Rechtskultur wirkten. In diesem Punkt bewegt sich die Perspektivenbildung auf einer ähnlichen Ebene wie neue Ansätze der Rechtstheorie, die die Evolution von Recht an dessen mediale Form binden, allerdings das Entstehen von systematischen Ordnungszusammenhängen im Recht von der Entstehung des Buchdrucks abhängig machen. Demgegenüber liegt dem Projekt die Hypothese zugrunde, dass solche Ordnungszusammenhänge zwar schriftgebunden sind, aber keinen zwingenden Bezug zum Buchdruck aufweisen.

SNF Projekt: Die Regulierung frühneuzeitlicher Finanzwirtschaft

SNF Projekt: Die Regulierung frühneuzeitlicher Finanzwirtschaft

Das Projekt wird aus rechtsgeschichtlicher Perspektive das Zusammenspiel von privater Finanzwirtschaft und obrigkeitlichen Regelungsansätzen in der Frühen Neuzeit untersuchen. Ausgangspunkt ist dabei die Frage, wie sich staatliche Versuche regulierenden Zugriffs auf die sich in der Frühen Neuzeit stark wandelnden Finanzmärkte und -dienstleistungen gestalteten, und ob von einer planmässigen staatlich gesteuerten Regulierung privatwirtschaftlicher Sektoren gesprochen werden kann. Dabei wird nicht allein obrigkeitliche Rechtssetzung in den Blick genommen. Vielmehr sollen Regelungen des Kreditwesens als normative Verdichtungen des zeitgenössischen wirtschafts- und politiktheoretischen Diskurses dargestellt werden, wie er insbesondere in den als Policey- und Kameralwissenschaften bezeichneten Gebieten geführt wird. Das Vorhaben bewegt sich damit am Schnittpunkt von Rechts-, Wirtschafts-, Verwaltungs- und Politikgeschichte. Es wird versuchen, die bisherigen Erträge dieser Disziplinen miteinander zu verknüpfen und füreinander fruchtbar zu machen. Dem Vorhaben liegt die Überlegung zu Grunde, dass sich in den zunehmenden Versuchen der Erfassung privater Kreditgeschäfte ein neues obrigkeitlich-staatliches Verständnis von Finanzierungsinstrumenten und Finanzverwaltung in der frühneuzeitlichen Gesellschaft zeigt. In der Ordnung der – modern gesprochen – privaten Finanzwirtschaft zeigen sich auch zeitgebundene Deutungen des eigenen wirtschaftlichen Tätigwerdens des Staates, insbesondere in seiner kameralistisch-merkantilistischen Ausprägung. Wirtschaftlicher Erfolg, die Definitionshoheit über wirtschaftliche Zusammenhänge und die Beherrschung von Wirtschaftssektoren werden, aus dieser Perspektive betrachtet, zu neuen Erfolgsmassstäben staatlichen Handelns.

Graduiertenkolleg

Graduiertenkolleg "Recht als Wissenschaft"

Graduiertenkolleg "Recht als Wissenschaft"

Das Graduiertenkolleg "Recht als Wissenschaft" bietet den Doktoranden der Universitäten Bonn, Köln und Münster, die an einem rechtsgeschichtlichen Thema forschen, ein gemeinsames Forum. In drei jeweils zweitägigen Sitzungen jährlich stellen die Doktoranden ihre Themen vor und diskutieren sie mit den Professoren und Doktoranden der beteiligten Fakultäten. Regelmäßig nehmen auch Alumni an diesen Sitzungen teil. Die Vielzahl der in diesem Forum repräsentierten Forschungsrichtungen und -methoden hilft den Doktoranden, ihr Fragestellung zuzuspitzen, sie zeitlich und methodisch zu begrenzen oder auszuweiten. Zugleich profitieren sie von den Erfahrungen ihrer Kollegen.

Quellen und Literatur

i-HILT

i-HILT

History of International Law@Tilburg

Over the last two decades, interest in the history of international law has dramatically risen among scholars from various constituencies such as international law, international relations, legal history and diplomatic history.

i-HILT is a virtual platform on the history of international law. Here, ‘International law’ is used in the broadest sense. It refers to all bodies of law, which regulated relations between polities throughout recorded history: from pre-classical Antiquity to the present and from all civilisations.

i-HILT will run the ‘Bibliography of the History of International Law’. This bibliography can be downloaded from the website and is searchable through the use of keywords. It is updated on a 3-monthly basis. Furthermore, i-HILT will provide information on events and new publications in the field of the history of international law.

i-HILT is run by the research group ‘History of International Law@Tilburg’ within the Department Public Law, Jurisprudence and Legal History at Tilburg Law School.